Überblick
Eine Film- oder Fernsehproduktion ist ein zeitlich begrenztes Projekt mit hohen Kosten. Fällt eine Hauptdarstellerin aus, wird Material zerstört oder Technik beschädigt, entstehen schnell Mehrkosten. Der Markt bündelt deshalb einzelne Sach-, Ausfall- und Haftpflichtbausteine zu einem Produktionspaket. Spezialmarkt für Produktionsfirmen und Sender; für Privatpersonen nicht vormerkbar.
Wann kann es leisten?
Ein versichertes Ereignis während der Produktion, etwa der Ausfall einer versicherten Person durch Krankheit oder Unfall, die Beschädigung von Filmmaterial oder Ausrüstung oder ein Haftpflichtanspruch Dritter.
Was versichert sein kann – und was typischerweise nicht
Kann versichert sein
- Personenausfall: Mehrkosten, wenn versicherte Schlüsselpersonen ausfallen
- Filmmaterial: Schäden an Bild- und Tonträgern, etwa beim Transport, im Kopierwerk oder bei der Datensicherung
- Produktionsmehrkosten, Requisiten, Apparate und Technik, Produktionskasse
- Medien- beziehungsweise Produktionshaftpflicht für Ansprüche Dritter
Typischerweise nicht versichert
- Bausteine, die nicht vereinbart sind; jeder Teil des Pakets ist eigenständig
- Ausfall von Personen, deren Gesundheitsangaben nicht vorliegen oder die nicht als versicherte Person benannt sind, je nach Bedingungen
- Wirtschaftlicher Misserfolg eines fertigen Films
Allgemeine Beschreibung. Was ein Vertrag konkret enthält, regeln seine Versicherungsbedingungen.
Für wen das Thema relevant sein kann
Kann relevant sein für
- Produktionsfirmen für Kino, Fernsehen und Streaming
- Sender und Auftraggeber, die Produktionen über Rahmenverträge absichern
Vorher zu klären
- Welche Personen für die Produktion unverzichtbar sind und versichert werden sollen
- Welche Bausteine der Auftraggeber oder Finanzierer verlangt
- Ob eine Fertigstellungsgarantie oder eine E&O-Deckung zusätzlich nötig ist
Überschneidungen mit anderem Schutz
- Veranstaltungsausfallversicherung: ähnliche Logik, aber für Veranstaltungen statt Produktionen
- Elektronik- und Technikversicherung des Betriebs: kann Geräte schon abdecken; Doppelversicherung vermeiden
- Betriebshaftpflicht: Abgrenzung zur Produktionshaftpflicht prüfen
Nicht verwechseln – verwandte Themen
- VeranstaltungsausfallversicherungVersicherungsart
Die Veranstaltungsausfallversicherung ersetzt Vermögensschäden, wenn eine Veranstaltung wegen eines versicherten Ereignisses ausfällt, abgebrochen, eingeschränkt, verschoben oder verlegt wird. Welche Ursachen versichert sind, legen die Deckungsformen des Vertrags fest; übertragbare Krankheiten sind häufig ausgeschlossen.
- ElektronikversicherungVersicherungsart
Die Elektronikversicherung schützt betriebsfertige elektronische Anlagen und Geräte gegen unvorhergesehene Sachschäden und Diebstahl – auch bei Bedienfehlern, Überspannung oder Feuchtigkeit. Daten und Software sind keine Sachen und nur bei besonderer Vereinbarung erfasst.
- BetriebshaftpflichtversicherungVersicherungsart
Die Betriebshaftpflicht prüft Schadenersatzansprüche, die Dritte wegen Personen- oder Sachschäden aus der betrieblichen Tätigkeit erheben, zahlt berechtigte Ansprüche und wehrt unberechtigte ab. Versichert ist das im Vertrag beschriebene Betriebsrisiko.
Was ist wichtig?
Rahmenvertrag
Sender wie die ARD Degeto lassen Produktionen über Rahmenverträge versichern; die Ausschreibung 2026 nennt sieben Pflichtbausteine.
Zusatzlösungen
Am Markt werden daneben E&O-Deckungen, Wetterversicherungen und Fertigstellungsgarantien (Completion Bonds) angeboten.
Wartezeiten, Grenzen und Nachweise
- Versicherungsschutz meist an Produktionszeitraum und Anmeldung der einzelnen Produktion gebunden
- Personenausfall setzt in der Regel Gesundheitsangaben der versicherten Personen voraus
- Selbstbehalte und Höchstsummen je Baustein nach Vertrag
Fragen vor einer Entscheidung
- Welche Ausfälle würden die Produktion am meisten verteuern?
- Welche Bausteine verlangen Auftraggeber oder Förderer?
- Wie ist das Material während Dreh, Transport und Postproduktion gesichert?
Beispiel und Gegenbeispiel
Fiktives Beispiel mit Leistung
Der Hauptdarsteller erkrankt mitten im Dreh und fällt zwei Wochen aus. Die Personenausfallversicherung ersetzt nach den Bedingungen die Mehrkosten für Verschiebung und Nachdreh.
Fiktives Gegenbeispiel ohne Leistung
Der fertige Film läuft im Kino schlechter als erwartet. Das ist ein Marktrisiko; die Produktionsversicherung leistet dafür nicht.
Beide Fälle sind erfunden und dienen nur der Veranschaulichung. Sie enthalten keine Beiträge.
Quellen und Stand
Quellenstand: 21.10.2026. Diese Seite erklärt allgemein und ersetzt keine Beratung im Einzelfall; maßgeblich sind immer die Versicherungsbedingungen und gesetzlichen Regelungen in ihrer jeweils gültigen Fassung.
Alle 2 Quellen mit Verwendungszweck anzeigen
- Bekanntmachung 151677-2026: Filmproduktionsversicherung und Maklerleistung für ARD Degeto Film u. a. (öffnet in neuem Tab) – Tenders Electronic Daily (TED), Amtsblatt der EU; Beschaffer Hessischer Rundfunk, OJ S 44/2026, 04.03.2026, abgerufen am 21.10.2026
Verwendet für: Marktnachweis 2026: Rahmenvertrag ARD Degeto mit Personenausfall-, Filmmaterial-, Produktionsmehrkosten-, Requisiten-, Produktionskassen-, Apparate- und Medienhaftpflichtversicherung
- Film & Medien – Versicherungslösungen für Produktionen (öffnet in neuem Tab) – Howden Deutschland, abgerufen am 21.10.2026
Verwendet für: Marktübersicht Bausteine einschließlich E&O, Completion Bond, Wetter, Technik, Materialrisiken