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W&I-Versicherung (Warranty & Indemnity)

Die W&I-Versicherung deckt Schäden aus der Verletzung von Verkäufergarantien und Steuerfreistellungen beim Unternehmenskauf. Versichert sind regelmäßig nur unbekannte Risiken.

Wichtige Grenze: Bekannte Umstände und bekannte Garantieverletzungen

Überblick

Beim Kauf eines Unternehmens gibt der Verkäufer im Kaufvertrag Garantien ab, etwa zur Richtigkeit der Bilanz oder zu Steuern. Stellt sich später heraus, dass eine Garantie verletzt war, hat der Käufer Ansprüche. Die W&I-Versicherung übernimmt solche Ansprüche nach ihren Bedingungen; heute kommen fast nur Käuferpolicen vor. Sie ersetzt keine sorgfältige Prüfung des Unternehmens. Spezialmarkt für Transaktionen; nicht vormerkbar.

Wann kann es leisten?

Der Käufer erleidet einen Schaden, weil eine im Kaufvertrag abgegebene Garantie des Verkäufers verletzt war oder ein Fall der Steuerfreistellung eintritt, der beim Abschluss unbekannt war.

Was versichert sein kann – und was typischerweise nicht

Kann versichert sein

  • Schäden aus der Verletzung von Verkäufergarantien einschließlich Steuergarantien
  • Ansprüche aus der Steuerfreistellungsklausel des Kaufvertrags
  • Je nach Verhandlung Erweiterungen, etwa der Wegfall von Wesentlichkeitsschwellen bei der Schadenberechnung

Typischerweise nicht versichert

  • Bekannte Umstände und bekannte Garantieverletzungen
  • Kaufpreisanpassungen, zukunftsgerichtete Garantien sowie Geldstrafen und Bußgelder
  • Häufig transaktions- oder branchenspezifische Ausschlüsse, etwa Umwelt, Compliance, Cyber oder Datenschutz

Allgemeine Beschreibung. Was ein Vertrag konkret enthält, regeln seine Versicherungsbedingungen.

Für wen das Thema relevant sein kann

Kann relevant sein für

  • Käufer und Verkäufer bei Unternehmenskäufen und größeren Beteiligungen
  • Finanzinvestoren, die einen Verkauf ohne lange Resthaftung anstreben

Vorher zu klären

  • Welche Garantien der Kaufvertrag enthält und welche der Versicherer übernimmt
  • Wie die Due-Diligence-Berater in das Underwriting eingebunden werden
  • Ob der Verkäufer für nicht versicherbare Themen eine Resthaftung übernimmt

Überschneidungen mit anderem Schutz

  • D&O-Versicherung: betrifft Organhaftung, nicht Garantien aus dem Kaufvertrag
  • Contingent-Risk-Versicherungen: können bestimmte bekannte Risiken abdecken, die W&I ausschließt

Nicht verwechseln – verwandte Themen

  • D&O-VersicherungVersicherungsart

    Die D&O-Versicherung schützt Geschäftsführer, Vorstände und Aufsichtsräte, wenn sie wegen einer Pflichtverletzung bei ihrer Organtätigkeit für einen Vermögensschaden haftbar gemacht werden. Sie folgt in den GDV-Mustern dem Anspruchserhebungsprinzip.

  • VermögensschadenhaftpflichtversicherungVersicherungsart

    Die Vermögensschadenhaftpflicht deckt Ansprüche wegen reiner Vermögensschäden, die ohne Personen- oder Sachschaden entstehen, etwa durch fehlerhafte Beratung. Wann der Versicherungsfall eintritt, hängt vom Bedingungswerk ab.

Was ist wichtig?

Käuferpolice

Der Käufer ist Versicherungsnehmer und kann sich direkt an den Versicherer halten; der Verkäufer begrenzt seine Haftung oft weitgehend.

Underwriting

Der Versicherer prüft Kaufvertrag und Prüfberichte und kann einzelne Garantien in der Police abschwächen oder ausschließen.

Wartezeiten, Grenzen und Nachweise

  • Nur Sachverhalte, die bei Abschluss unbekannt waren
  • Selbstbehalte, Haftungshöchstbeträge und Laufzeiten nach Police
  • Die Police baut auf dem Kaufvertrag auf; Änderungen am Vertrag wirken auf die Deckung

Fragen vor einer Entscheidung

  1. Welche Garantien sind für den Kaufpreis besonders wichtig?
  2. Welche Ausschlüsse sieht der Versicherer für diese Branche vor?
  3. Wie wird die Resthaftung des Verkäufers geregelt?

Beispiel und Gegenbeispiel

Fiktives Beispiel mit Leistung

Nach dem Kauf zeigt eine Betriebsprüfung Steuernachforderungen für die Zeit vor dem Verkauf, die niemand kannte. Der Kaufvertrag enthält eine Steuerfreistellung. Die W&I-Versicherung leistet nach ihren Bedingungen.

Fiktives Gegenbeispiel ohne Leistung

Ein Rechtsstreit des Zielunternehmens war schon im Datenraum offengelegt. Das ist ein bekannter Umstand; die W&I-Versicherung leistet dafür nicht.

Beide Fälle sind erfunden und dienen nur der Veranschaulichung. Sie enthalten keine Beiträge.

Quellen und Stand

Quellenstand: 21.10.2026. Diese Seite erklärt allgemein und ersetzt keine Beratung im Einzelfall; maßgeblich sind immer die Versicherungsbedingungen und gesetzlichen Regelungen in ihrer jeweils gültigen Fassung.

Alle 2 Quellen mit Verwendungszweck anzeigen
  1. W&I-Versicherungen und Kaufvertragsverhandlungen (öffnet in neuem Tab) – CMS Deutschland, veröffentlicht 15.11.2023, abgerufen am 21.10.2026

    Verwendet für: Deckung von Garantie- und Steuerfreistellungsansprüchen, überwiegend Käuferpolicen, Rolle der Due Diligence, verhandelbare Erweiterungen

  2. Warranties & Indemnities Insurance (öffnet in neuem Tab) – GÖRG Partnerschaft von Rechtsanwälten, 13.10.2017, abgerufen am 21.10.2026

    Verwendet für: Nur unbekannte Risiken; typische Ausschlüsse (bekannte Umstände, Kaufpreisanpassung, zukunftsgerichtete Garantien, Strafen, branchenspezifische Themen); kein Ersatz für Prüfung

Frage zu diesem Thema?

Jan ordnet das Thema im Gespräch ein und sagt offen, ob er dazu eine Lösung der uniVersa anbieten kann.

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